Aquarell Sonntag

Charakteristische Gesichter malen mit Aquarell: Mein Weg zum ersten Porträt

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Ein Bleistift verzeiht keinen Strich, Wasserfarbe verzeiht fast jeden — und an diesem Unterschied hängt für mich, wie leicht das erste Porträt gelingt. Wer im Ruhestand mit dem Aquarell anfängt und ein charakteristisches Gesicht malen will, kommt mit dem weichen, fließenden Wasser oft schneller zu einem lebendigen Ausdruck als mit der harten, radierbaren Linie. Für mich als Aquarell-Anfängerin über 50 ist das der Grund, warum aus meiner Kreativzeit am Sonntag ein Hobby geworden ist, das bleibt. Ein Baum am Würzburger Marktplatz verzeiht eine schiefe Kante; ein Gesicht merkt sich jeden Fehler — deshalb sind die Bäume, die ich sonst male, eher Fingerübung, das Gesicht dagegen die eigentliche Aufgabe.

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Bleistift oder Aquarell: Womit ein Gesicht wirklich lebendig wird

Der klassische Rat lautet: Wer Gesichter malen will, soll erst sauber zeichnen lernen. Da ist etwas dran. Der Zeichnen Lernen Kurs führt sanft in Strich, Schraffur und einfache Formen ein, und wer die harte, genaue Kante mag, ist damit gut bedient. Nur passt die radierbare Bleistiftlinie nicht zu meiner Hand. Ich brauche die Weichheit, die nur das Wasser gibt.

Beim Aquarell fließt die Farbe, und mit ihr fließt der Ausdruck. In Timothy90s Aquarell Online Kurs habe ich gelernt, Farben laufen zu lassen, statt sie zu zwingen — und dieses Loslassen überträgt sich auf ein Gesicht. Eine Hecke, ein paar Grüntöne aus dem Bauch gemischt, sitzt bei mir längst. Ein Gesicht ist eine andere Liga, aber dieselbe Idee dahinter: nicht kontrollieren, sondern führen.

Einen dritten Weg habe ich sogar angefangen und wieder gelassen: einen Online-Kurs für Ölmalerei. Der Geruch in der Wohnung und die langen Trockenzeiten waren mir schlicht zu viel — nach ein paar Sitzungen stand das Zeug ungenutzt in der Ecke. Nicht jeder Weg passt zu jedem Zuhause, und das ist völlig in Ordnung.

Was verzeiht mehr: die harte Linie oder das fließende Wasser?

Der größte Unterschied zeigt sich, wenn etwas schiefgeht. Eine Bleistiftlinie muss man wegradieren; eine zu dunkle Stelle kann ich mit sauberem Wasser aufhellen oder mit einer weiteren Schicht einbinden. Manchmal setze ich einen Tropfen an den feuchten Rand und tue dann gar nichts. Die Farbe wandert von allein ins Nasse und legt einen weichen Übergang, den kein Bleistift hinbekommt. Wie eigensinnig das Wasser dabei sein kann, habe ich in meinen Erfahrungen mit Nass-in-Nass beschrieben.

Damit das überhaupt gelingt, muss das Papier mitspielen. Auf zu dünnem Blatt wellt sich alles, und die schönste Farbschicht läuft in die Falten — welches Aquarellpapier für Anfänger ich nehme, habe ich an anderer Stelle beschrieben. Für ein Gesicht lohnt sich das stabile Papier besonders, weil man mit so viel Wasser arbeitet.

Erste zarte Hautton-Schicht für ein Aquarell-Porträt wird auf das Papier gesetzt

Ruhige Linien setzen, wenn die Hand nicht mehr ganz ruhig ist

Mit 58 sind meine Hände nicht mehr so ruhig wie mit zwanzig. Bei feinen Stellen — dem Rand einer Iris, einem Mundwinkel — zittert es manchmal leicht. Früher hätte mich das rasend gemacht, heute umgehe ich es einfach: Ich stütze das rechte Handgelenk mit der linken Hand oder lege den kleinen Finger der Malhand auf eine trockene Stelle des Papiers. So bekommt die Linie ein Geländer, an dem sie sich festhalten kann. Für die letzten Details nehme ich außerdem einen fast trockenen Pinsel: weniger Wasser, weniger, das verlaufen kann.

Und hier zeigt der Vergleich seine ganze Kraft. Wackelt die Linie beim Bleistift, sieht man den kratzigen Ausrutscher sofort. Wackelt sie beim Aquarell an einer feuchten Kante, verschwimmt sie und wird oft sogar schöner. An einem Sonntag geriet mir die erste Hautschicht trotzdem zu blass — sie trocknete fast weg, und ich musste die ganze Fläche noch einmal aufbauen. Ärgerlich, ja. Aber kein zerrissenes Blatt, wie es mir früher passiert wäre.

Eine Hand stützt die andere beim Malen der feinen Augenpartie eines Aquarell-Porträts

Der Blick, bevor der erste Pinsel das Papier berührt

Bevor ich ein Gesicht anlege, prüfe ich immer eine Sache: wo die Augen wirklich sitzen. Anfängerinnen setzen sie fast immer zu weit nach oben, dann wirkt das Gesicht seltsam, fast wie von einem anderen Stern. Eine große Wissenschaft mache ich daraus nicht — ich halte das Foto meiner Tochter neben mein Blatt und schaue, ob der Abstand stimmt, bevor überhaupt Farbe ins Spiel kommt. Falls du dich fragst, ob man das als Ungeübte lernen kann: Menschen zeichnen lernen geht auch ohne angeborenes Gefühl für Proportionen, man muss nur wissen, worauf man schaut.

Meine Schulfreundin Trudel, mit der ich seit einem Klassentreffen wieder in Kontakt bin, bekommt sonntags oft ein Foto vom fertigen Blatt aufs Handy. Höflichkeitsfloskeln sind ihre Sache nicht. „Die Nase ist zu breit", schrieb sie neulich, „aber die Augen, die leben." Genau solche geraden Sätze bringen mich weiter als jedes höfliche Lob.

Wann Bleistift der bessere Anfang ist: und wann Aquarell

Womit also anfangen? Magst du es systematisch, Schritt für Schritt, mit klarer Struktur und der harten Genauigkeit einer Zeichnung, dann ist der Bleistift dein Weg — der Menschen Zeichnen Masterkurs ist dafür klar aufgebaut, auch wenn mir sein Tempo als Anfängerin zu rasch war und ich ihn wieder pausiert habe. Willst du dagegen vor allem den Ausdruck, das Lebendige, und darf ein Bild ruhig eigene Wege gehen, dann nimm die Wasserfarbe.

Für mich ist die Antwort klar, deshalb greife ich sonntags zur Wasserfarbe und nicht zum Bleistift. Timothy90s Aquarell Online Kurs ist seit über vier Jahren am Markt, und man merkt an den Leuten, dass sie dabeibleiben — die kurzen Lektionen passen in einen Vormittag, ohne dass es sich nach Pflichtprogramm anfühlt. Plane nur etwas Geld für Pinsel, Papier und Farben zusätzlich ein, dann kann es losgehen.

Zusätzlich habe ich mir für die Bahnfahrten zu meiner Tochter den Skizzen Video-Kurs gegönnt — kurze Impulse für unterwegs, ohne die ganze Malausrüstung mitzuschleppen. Ein Gesicht zu malen bleibt die größere Aufgabe, aber es ist zu schaffen, auch mit zittrigen Händen und ohne Talent für Millimeter. Trau dich an ein Gesicht heran. Es beißt nicht.

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