Aquarell Sonntag

Ein neues Hobby mit 50 plus finden: Warum mein Sonntag jetzt nach Aquarell riecht

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Es ist dieser eine Moment am frühen Sonntagmorgen, wenn die Kaffeemaschine in der Küche ihr letztes Röcheln von sich gibt und die Sonne ganz flach über die Dächer von Würzburg kriecht. Ich sitze am Küchentisch, das Fenster ist einen Spalt weit offen, und statt der üblichen Stapel mit Deutscharbeiten liegt heute nur ein Bogen Papier vor mir. Es ist still – eine Stille, die ich nach 35 Jahren im Schuldienst erst mühsam lernen musste.

Bevor ich dir erzähle, wie aus dieser Stille bunte Farbflecken wurden, ein kurzes Wort unter uns: Auf dieser Seite findest du Links zu Kursen, die ich selbst nutze. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis genau gleich. Ich empfehle hier nur, was ich mit meinem eigenen Ruhestandsgeld bezahlt und über Monate am Küchentisch ausprobiert habe. Volle Ehrlichkeit.

Vom Stundenplan zur grenzenlosen Freiheit

Als ich im Juli 2024 meine letzte vierte Klasse verabschiedete, dachte ich, ich würde in ein Meer aus Freizeit springen und einfach nur genießen. Doch der August war seltsam leer. Kein Klassenbuch, das geführt werden wollte, keine Vorbereitungen für den Sachunterricht. Meine Wohnung fühlte sich plötzlich zu groß und viel zu leise an. Eine ehemalige Kollegin hatte mir zum Abschied von ihrem Aquarellkasten vorgeschwärmt. Als Kind hatte ich gerne gemalt, aber wie das so ist: Das Leben, der Beruf und die Korrekturen haben dieses Hobby jahrzehntelang unter sich begraben.

Im Oktober 2024 traute ich mich schließlich. Ich kaufte meinen ersten kleinen Kasten und stellte fest: Ich bin keine Künstlerin, ich bin eine 58-jährige Frau, die einfach mal wieder etwas Neues anfängt. Kreative Beschäftigung für Rentner zu Hause wird oft so hochtrabend dargestellt, aber für mich war es am Anfang einfach nur die Angst vor dem weißen Blatt und die Frage, ob ich das mit den Pigmenten überhaupt verstehe.

Detailaufnahme eines Aquarellkastens mit bunten Farben auf einem Holztisch

Mein Ritual: Zwei Stunden nur für mich

Seit jenem Herbst ist der Sonntagvormittag heilig. Von etwa sieben bis neun Uhr gehört die Küche mir. Es ist mein Anker in der Woche geworden. Wir haben heute den 6. Juni 2026, und wenn ich zurückblicke, ist dieser Küchentisch zu meinem kleinen Atelier geworden. Ich habe kein separates Zimmer, keine Staffelei – nur meinen Kasten, zwei Gläser Wasser und die Geduld, die ich früher meinen Schülern entgegengebracht habe und die ich jetzt für mich selbst brauche.

Besonders geholfen hat mir dabei der Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs]. Warum gerade dieser? Weil er mir die Struktur gibt, die mir nach dem Wegfall des Stundenplans fehlte. Die Lektionen sind kurz und verständlich, perfekt für einen Vormittag. Aquarell ist für meine Hände viel verzeihender als ein harter Bleistiftstrich. Wenn die Farbe verläuft, ist das oft kein Fehler, sondern ein glücklicher Zufall. Das ist eine Lektion, die ich mit Ende 50 erst lernen musste: Man muss nicht alles kontrollieren.

Ich erinnere mich an einen Sonntag im letzten Monat, als ich versuchte, Pfingstrosen zu malen. Das Rosa wurde viel zu kräftig, fast schon schreiend. Früher hätte ich das Blatt zerknüllt. Heute weiß ich, dass eine sanfte Lasur vieles retten kann. Es ist ein ständiges Ausprobieren von Aquarell Nass-in-Nass Techniken, direkt hier zwischen Kaffeetasse und Brotkorb.

Das Scheitern gehört dazu – und macht Spaß

Natürlich klappt nicht alles. Ich hatte zwischendurch den Ehrgeiz, das Zeichnen von Grund auf zu lernen. Ich probierte den Zeichnen Lernen Kurs aus, merkte aber nach drei Lektionen, dass mir der Bleistift zu grau und zu streng war. Es fühlte sich wieder nach Schule an, nach Geometrie und exakten Winkeln. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte Farbe, ich wollte Matsch, ich wollte Leben.

Noch schlimmer war mein Ausflug in die Porträtmalerei. Ich wollte meine Tochter malen und nutzte dafür den Menschen Zeichnen Masterkurs. Was soll ich sagen? Nach der dritten Lektion habe ich pausiert. Das Gesicht auf meinem Papier sah eher aus wie eine sehr traurige, schrumpelige Kartoffel als wie meine Tochter. Ich saß hier am Tisch und musste laut lachen. Es ist befreiend, mit 58 Jahren wieder in etwas absolut unfähig zu sein. In der Schule musste ich immer alles wissen – jetzt darf ich diejenige sein, die die dümmsten Fehler macht.

Aber genau das ist der Punkt: Es gibt keine Noten mehr. Mein Enkel war neulich zu Besuch, sah sich meine "Kartoffel-Tochter" an und sagte: "Oma, die Farbe vom Hintergrund ist aber schön!" Kinder haben diesen unverstellten Blick, den wir Erwachsenen oft verlieren. Sie sehen nicht die falsche Proportion, sie sehen das leuchtende Ultramarin.

Ein Skizzenbuch mit einer Aquarellzeichnung auf einem Tisch im Zug

Unterwegs mit dem Skizzenbuch

Eine Sache, die ich im letzten Jahr für mich entdeckt habe, sind die Fahrten nach Heidelberg. Meine Tochter lebt dort, und die Zugfahrt dauert lang genug für ein paar Skizzen. Früher habe ich im ICE nur Kreuzworträtsel gelöst oder aus dem Fenster gestarrt. Jetzt habe ich fast immer meinen kleinen Skizzen Video-Kurs auf dem Tablet dabei. Er gibt mir kleine Impulse für unterwegs.

Es geht nicht darum, ganze Landschaften perfekt abzubilden. Es sind eher Momentaufnahmen: die Silhouette eines Mitreisenden, der Kirchturm, der kurz am Fenster auftaucht, oder einfach nur die Struktur der Weinberge. Ich habe gelernt, dass gutes Aquarellpapier für Anfänger auch unterwegs einen riesigen Unterschied macht. Wenn das Papier zu dünn ist, wellt es sich im Zug, und man verliert schnell die Lust. Ein kleiner, fester Block ist da goldwert.

Was mir das Malen nach 20 Monaten beigebracht hat

Ein kleiner Rat an alle, die noch zögern

Wenn du auch vor dieser plötzlichen Stille stehst – sei es durch die Rente oder weil die Kinder aus dem Haus sind – dann such dir etwas, bei dem du wieder staunen kannst. Aquarell ist wunderbar, weil der Einstieg so niederschwellig ist. Ein Kasten, ein Glas Wasser, ein Pinsel. Mehr braucht es nicht, um den Küchentisch in eine kleine Welt zu verwandeln.

Ich bin heute, am 6. Juni 2026, so froh, dass ich damals im Oktober 2024 diesen ersten Schritt gemacht habe. Die Bilder in meinem Regal sind eine Chronik meiner eigenen Gelassenheit. Manche sind misslungen, ja. Aber jedes einzelne hat mir zwei Stunden Ruhe und Freude geschenkt. Falls du eine sanfte Führung suchst, kann ich dir den Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs] wirklich ans Herz legen. Er ist wie eine gute Kollegin, die einem über die Schulter schaut und sagt: "Probier es einfach nochmal, es ist nur Wasser und Farbe."

Fang einfach an. Nicht für eine Galerie, nicht für Instagram, sondern nur für dich und deinen Sonntagmorgen-Kaffee. Der erste Pinselstrich ist der schwerste, aber danach beginnt das Papier zu atmen.

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