Aquarell Sonntag

Der Sonntag, der nach Stille schmeckte: Mein Weg vom Klassenbuch zum Aquarellkasten

Es ist 07:05 Uhr an diesem Sonntagmorgen. Das Wasser in meinem Glas ist noch vollkommen klar, und draußen über der Würzburger Altstadt liegt dieser besondere Frieden, den man nur am Wochenende spürt. Früher, vor meinem Abschied im Juli 2024, hätte hier ein Stapel Korrekturen gelegen. Heute steht hier mein Kaffee, das Fenster ist einen Spalt offen, und vor mir liegt ein weißes Blatt Papier, das noch auf seine Geschichte wartet.

Bevor ich dir erzähle, wie aus dem Grau meiner alten Bleistifte ein buntes Sonntagsritual wurde: Auf dieser Seite findest du Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs kaufst, bekomme ich eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke hier nur Kurse, die ich selbst bezahlt und über Monate hinweg an meinem Küchentisch ausprobiert habe. Volle Ehrlichkeit, von Lehrerin zu Schüler.

Die Stille nach dem Pausengong

Als ich im Juli 2024 nach 35 Jahren an der Grundschule aufgehört habe, dachte ich, ich würde die Freiheit genießen. Aber im August war es plötzlich zu still. Kein Klassenbuch, kein Stundenplan. Eine Kollegin hatte mir zur Pensionierung von der Aquarellmalerei erzählt. Als Kind hatte ich gerne gemalt, aber als Lehrerin für Deutsch und Sachunterricht blieb dafür nie Zeit. Im September kam die Idee, im Oktober 2024 stand der erste Farbkasten auf dem Tisch.

Ich habe zuerst versucht, ganz klassisch das Zeichnen zu lernen. Aber ich muss ehrlich sein: Den Zeichnen Lernen Kurs habe ich nach Lektion 3 pausiert. Das viele Grau, das Schattieren mit dem Bleistift – es fühlte sich falsch an. Es erinnerte mich zu sehr an die Bleistiftnotizen, die ich Jahrzehnte lang in Schülerhefte am Rand gemacht habe. Ich brauchte Farbe. Ich brauchte einen Gegenpol zu diesem sachlichen Berufsleben, das hinter mir lag.

Warum Entspannung manchmal Arbeit ist

Überall liest man, dass Aquarellmalen so entspannend sei. Ganz ehrlich? Das ist am Anfang eine glatte Lüge. Wenn man das erste Mal sieht, wie die nasse Farbe unkontrolliert verläuft, erzeugt das eher Stress als Ruhe. Man will den Baum links haben, aber das Wasser entscheidet sich für rechts. In meinen ersten Versuchen im Oktober 2025 war ich oft kurz davor, den Pinsel wegzulegen. Es ist ein Irrglaube, dass man sich hinsetzt und sofort der Stress abfällt.

Was mir geholfen hat, war Struktur. Da ich als Lehrerin feste Abläufe liebe, habe ich mir den Sonntagvormittag von 7 bis 9 Uhr reserviert. In den letzten 26 Wochen habe ich keinen einzigen Sonntag ausgelassen. Das sind mittlerweile 52 Stunden reine Malzeit. Mein Einstieg hat mich insgesamt etwa 105 USD gekostet – 70 USD für den Kurs und rund 35 USD für Basismaterial wie Farben und ordentliches Papier.

Mein Wegbegleiter: Der Sonntagskurs

Der Wendepunkt kam mit dem Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs]. Die Lektionen sind kurz genug, um sie in mein Zwei-Stunden-Fenster zu packen, ohne dass ich mich wie in einer Vorlesung fühle. Es hat mir den Druck genommen, sofort eine „Künstlerin“ sein zu müssen. Ich bin Renate, 58, und ich lerne das jetzt einfach. Punkt.

Ein wichtiger technischer Rat, den ich erst schmerzhaft lernen musste: Spar nicht am Papier. Aquarellpapier mit mindestens 300g/m² ist kein Luxus, sondern notwendig. Sonst wellt sich alles, und man verliert die Lust, bevor die Farbe trocken ist. Echte Aquarellpinsel, selbst wenn es nur gute Imitate sind, halten das Wasser viel besser als die harten Borstenpinsel, die ich früher im Kunstschrank der Schule hatte.

Der Moment, in dem ich über mich selbst lachte

Es gab diesen einen Sonntag im März, den 15.03.2026. Ich wollte eine Frühlingslandschaft malen. Ich nahm zu viel Wasser, und mein geplanter, stolzer Baum verlief in einen riesigen, blauen Matschfleck. Früher hätte ich mich geärgert. Als Lehrerin korrigiert man Fehler. Aber in diesem Moment, mit dem leisen Kratzen des Pinsels auf dem grobkörnigen Papier und dem Duft von frischem Kaffee in der Nase, habe ich zum ersten Mal nicht geflucht. Ich habe gelacht.

Ich habe das Bild so gelassen und in mein Tagebuch geklebt. Es ist „misslungen“, aber es ist echt. Aquarell ist für meine 58-jährigen Hände viel verzeihender als der harte Bleistiftstrich. Es fließt, es verändert sich, und man lernt, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben.

Ein Stapel voller Sonntage

Wenn ich heute auf den Stapel von 26 Aquarellen blicke, sehe ich nicht nur Bilder. Ich sehe, wie aus der beängstigenden Stille der Pensionierung eine produktive Ruhe wurde. Wenn ich zur Tochter nach Heidelberg fahre, nehme ich oft den kleinen Skizzen Video-Kurs mit, um die Zeit im Zug zu nutzen. Es ist kein Vergleich zum systematischen Lernen zu Hause, aber es hält die Hand in Übung.

Falls du auch gerade vor diesem „großen Nichts“ stehst oder einfach am Sonntagmorgen etwas nur für dich tun willst: Fang an. Nicht, um perfekt zu sein. Sondern um zu sehen, wie das Wasser die Farbe trägt. Wenn du Lust hast, diesen Weg mit einer Struktur zu beginnen, die auch in einen ruhigen Vormittag passt, schau dir den Sonntagskurs an. Er war für mich genau die richtige Mischung aus Handwerk und Freiheit.

Nächste Woche erzähle ich euch von meinem Versuch, die alte Brücke in Würzburg zu malen – und warum Steine im Aquarell schwerer sind, als sie aussehen.