Aquarell Sonntag

Meine ersten Aquarellfarben für Anfänger: Ein Set auf dem Küchentisch (Update 2026)

Letzte Änderung

Zwölf Näpfchen Farbe, ein Glas Wasser, ein Blatt Papier. Mehr liegt beim Thema Aquarell für Anfänger nicht auf meinem Küchentisch, seit ich mir dieses Hobby im Ruhestand gegönnt habe. Wer mich nach dem richtigen Malmaterial fragt, bekommt eine kurze Antwort: ein kleiner Kasten mit Grundfarben, zwei oder drei ordentliche Pinsel, ein geduldiges Papier — und dann vor allem Übung und ein wenig Nachsicht mit sich selbst.

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Nach über drei Jahrzehnten vor einer Grundschulklasse war es zu Hause auf einmal sehr still. Eine Kollegin hatte mir kurz vor der Pensionierung von ihrem Aquarellkasten vorgeschwärmt, und als Kind hatte ich selbst gern gemalt. Vorher probierte ich es mit Stricken, nach Anleitungen aus dem Internet — nur rutschten mir ständig die Maschen von der Nadel, bis die Wolle wieder im Schrank verschwand. Falls du nach der Berufszeit auch einen Anfang suchst, habe ich über die kreative Beschäftigung für Rentner zu Hause geschrieben.

Welches Aquarell für Anfänger passt auf den Küchentisch?

Am Anfang wollte ich alle Farben des Regenbogens auf einmal. Das perfekte Himmelblau, das perfekte Tannengrün, am liebsten sofort. Genützt hat es nichts — ein großer Kasten mit dreißig Töpfchen macht als Anfängerin vor allem eins: ratlos. Ein kleiner Satz von etwa zwölf Grundfarben reicht völlig, denn das Mischen ist ohnehin das eigentliche Abenteuer. Im Aquarell Online Kurs, den ich sonntags nutze, gibt es eine Lektion, in der man den Pinsel einfach „tanzen" lassen soll — für eine frühere Lehrerin klingt das erst zu poetisch, aber es stimmt: Sobald ich verkrampfe, wird das Bild nichts.

Aquarellkasten mit zwölf Grundfarben — passendes Malmaterial für Aquarell-Anfänger

Letzten Sonntag wollte ich ein zartes Frühlingsgrün für eine Wiese anrühren und landete bei einer Farbe, die eher an alte Algensuppe erinnerte. Das lag nicht am Kasten, sondern an mir — ich hatte einfach zu viele Töne auf einmal verrührt. Genau darin liegt der Trick beim Malmaterial: Nicht die Zahl der Farben entscheidet, sondern ob du dir Zeit lässt, zwei davon in Ruhe zu mischen. Als Faustregel greife ich lieber zu zwei Farben und einem Tropfen mehr Wasser, bevor ich einen dritten Ton dazunehme.

Teures Papier ist kein besserer Start

Teures, saugstarkes Profipapier hält die Feuchtigkeit lange, und genau das macht es für den Start schwerer, nicht leichter. Als Anfängerin sitzt du vor einer Fläche, die einfach nicht trocknen will, und alles verläuft zu grauem Matsch. Ein solides, günstigeres Studienpapier verzeiht mehr und trocknet schneller. Worauf man beim Papiergewicht im Einzelnen achtet, ist ein Thema für sich; mir reicht die Erfahrung, dass ein geduldiges Blatt am Sonntag mehr Freude macht als das edelste. Wie sich nasse Farbe auf nassem Grund überhaupt verhält, habe ich in meine Erfahrungen mit der Aquarell Nass-in-Nass Technik beschrieben.

Hand einer Anfängerin malt mit Aquarellfarben auf geduldigem Studienpapier

Pinsel, Wasser, Geduld: das eigentliche Malmaterial

Zwei, drei ordentliche Pinsel reichen für den Anfang — ein runder mittlerer, ein feiner für die Kanten, mehr braucht kein Küchentisch. Wichtiger als teures Zubehör ist sauberes Wasser: Sobald der erste Pinsel ins Glas taucht, lösen sich kleine Farbwölkchen auf und es riecht ganz leicht nach frischer Farbe: für mich das stille Zeichen, dass der Sonntagvormittag jetzt mir gehört. Trübes Wasser trübt auch die Farben, also wechsle ich es lieber einmal zu oft. Und ein altes Küchentuch liegt bereit, um den Pinsel abzutupfen, bevor die nächste Fläche kommt — das erspart mir die meisten Wasserflecken.

Braucht ein Anfänger überhaupt einen Kurs?

Manche kommen ganz ohne Anleitung aus und probieren fröhlich drauflos. Mir dagegen tat ein ruhiger roter Faden gut, sonst hätte ich vielleicht früh wieder aufgehört. Der Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs] passte zu mir, weil die Lektionen kurz sind und nichts hetzt. Walpurga Kiefer, die ich aus dem Forum dieses Kurses kenne, war viel schneller durch die Lektionen als ich, obwohl wir etwa zur gleichen Zeit begonnen hatten. Das machte mich anfangs nervös — bis mir klar wurde, dass Malen kein Wettlauf ist. Such dir also eher die Anleitung, die dich nicht stresst, und miss dein Tempo an niemandem.

Der Bleistift war nichts für mich. Nach ein paar Lektionen im Zeichnen Lernen Kurs habe ich pausiert — das Graphit fühlte sich streng und unnachgiebig an, und mein Herz schlug eben mehr für fließende Farbe als für Schraffuren. Das ist kein Urteil über den Kurs, nur über mich: Wer erst sicher mit dem Stift werden möchte, ist dort gut aufgehoben; wer die Farbe vermisst, merkt es schnell.

Wenn ich meine Tochter in Heidelberg besuche, kommt ein kleiner Block mit in die Tasche. Für die Zugfahrt habe ich mir den Skizzen Video-Kurs gegönnt — kurze Impulse, kein Lehrplan, genau richtig für unterwegs. Neulich versuchte ich aus dem fahrenden Zug die Landschaft im Abendlicht zu skizzieren, und das Ergebnis wurde ziemlich krakelig. Trotzdem war das Beobachten schöner als jeder Blick aufs Handy. Mehr davon steht in meinem Eintrag über Reiseskizzen im Zug nach Heidelberg.

Aquarell-Skizzenbuch für unterwegs im Zug — Reiseskizzen als Ruhestand-Hobby

Die kleinen Dinge, die am Anfang untergehen

Das Weiß des Papiers ist deine wichtigste Farbe. Als Lehrerin wollte ich immer jede Lücke füllen, dabei lebt ein Aquarell gerade vom Ausgesparten. Fast genauso wichtig ist Geduld beim Trocknen; oft ist der beste nächste Schritt, aufzustehen und den Kaffee nachzugießen, während die erste Schicht antrocknet. Wie man Farben später in mehreren Schichten aufbaut, ist wieder ein eigenes Kapitel — am Anfang genügt es, eine Fläche fertig werden zu lassen, bevor die nächste kommt.

Neulich hielt ich ein fertiges Blatt ins Licht und sah, dass das kräftige Blau beim Trocknen so blass geworden war wie eine Pfütze auf dem Gehweg — seitdem setze ich einen Hauch mehr Farbe, als sich im Moment richtig anfühlt. Und dann sind da die Zufälle: Mein Enkel entdeckte ein Bild, in das mir ein dicker blauer Tropfen ins Gelb gelaufen war, und rief „Oma, das ist ja ein kleiner See im Wald!" Er hatte recht. Manchmal schenkt einem gerade der Fehler das schönste Motiv.

Einfach anfangen, ohne auf den perfekten Moment zu warten

Warte nicht auf den perfekten Augenblick oder das teuerste Set. Ein solider kleiner Kasten, ein paar ordentliche Pinsel, geduldiges Papier — damit fängst du an, heute noch. Mit achtundfünfzig (oder in welchem Alter auch immer) musst du niemandem mehr etwas beweisen; hier wird nichts benotet und nichts nachgeprüft. Für mich war der Aquarell Online Kurs genau richtig, weil er mir die Hand gehalten hat, ohne mich einzuengen. Und wenn am Ende nur eine leicht schiefe Blume auf dem Papier steht — sie gehört dir, und das ist alles, was zählt.

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