
Das Haus in Würzburg ist am Sonntagmorgen noch vollkommen still. Nur das leise, rhythmische Klacken des Pinsels am Rand des Wasserglases unterbricht die Ruhe, während das erste sanfte Licht durch das Fenster auf meinen Küchentisch fällt. Es ist ein Geräusch, das ich früher im Trubel der Grundschule nie gehört hätte. Nach 35 Jahren im Schuldienst, die im Juli 2024 ihr Ende fanden, war die plötzliche Stille erst einmal gewöhnungsbedürftig. Kein Klassenbuch, kein Stundenplan, nur ich und dieses weiße Blatt Papier.
Bevor ich dir erzähle, wie aus dieser Stille meine liebste Sonntagsroutine wurde, ein kurzer Hinweis: Auf dieser Seite findest du einige Empfehlungen. Diese enthalten Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs kaufst, bekomme ich eine kleine Provision – dir entstehen dabei absolut keine Mehrkosten. Ich verlinke hier nur Dinge, die ich selbst bezahlt und über Monate hinweg ausprobiert habe. Als ehemalige Lehrerin lege ich Wert auf volle Ehrlichkeit.
Der Sprung ins kalte Wasser – oder: Warum Aquarell?
Als ich im letzten Sommer meine letzte vierte Klasse verabschiedete, dachte ich, ich würde den Ruhestand mit Lesen und langen Spaziergängen am Main füllen. Aber im September kam diese Unruhe. Eine Kollegin hatte mir beim Abschiedsfest von ihrem Hobby erzählt, und plötzlich erinnerte ich mich daran, wie gerne ich als Kind gemalt hatte. Nicht professionell, einfach nur so. Ich bin keine Kunstlehrerin – ich habe Deutsch und Sachunterricht unterrichtet –, aber der Wunsch, noch einmal etwas ganz Neues anzufangen, war mit 58 Jahren plötzlich riesig.
Anfang Oktober 2024 stand dann mein erster Farbkasten auf dem Tisch. Ich hatte zuvor kurz mit dem Zeichnen Lernen Kurs geliebäugelt, aber nach drei Lektionen merkte ich, dass sich der Bleistift für mich irgendwie zu streng anfühlte. Ich wollte Farbe, ich wollte dieses Fließen. Aquarellfarben sind für meine Hände viel gnädiger. Es muss nicht jeder Strich sofort sitzen, und genau das war das Geschenk, das ich mir selbst machen wollte: die Erlaubnis, wieder Anfängerin zu sein.

Die Suche nach der richtigen Anleitung
Ich wusste schnell, dass ich ohne Struktur nicht weit komme. Als Lehrerin steckt das wohl in mir. Ich habe mir verschiedene Angebote angesehen und bin schließlich beim Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs] hängengeblieben. Was mich überzeugt hat? Der Kurs ist seit über 4 Jahren verfügbar und hat eine Rückgabequote von unter 0,6%. Das sagt mir als Kopfmensch, dass die Leute wirklich dabei bleiben und nicht frustriert aufgeben.
Besonders während der dunklen Januartage war dieser Kurs mein Anker. Wenn der Nebel über dem Main hing, habe ich mich an den Küchentisch gesetzt. Ein wichtiger Tipp, den ich erst lernen musste: Spare nicht am falschen Ende beim Papier. Ein echter Aquarellkarton sollte mindestens 300g/m² wiegen. Wenn das Papier zu dünn ist, wellt es sich bei der kleinsten Wasserzugabe, und der ganze Spaß ist vorbei. Das habe ich in Woche 4 auf die harte Tour gelernt, als mein erster Versuch einer Winterlandschaft eher wie eine hügelige Kraterlandschaft aussah.
Ich habe gelernt, dass das Wasser-Farbe-Verhältnis der Schlüssel zu allem ist. In den ersten Wochen war mein Pinsel oft viel zu nass, und die Farben sind mir überallhin gelaufen, nur nicht dorthin, wo ich sie haben wollte. Aber genau das ist das Schöne an einem Online-Kurs: Man kann die Lektion einfach noch mal von vorne starten, ohne dass eine Lehrerin (wie ich es früher war) mahnend über die Schulter schaut.
Mein konträrer Rat: Warum die "schlechte" Ausrüstung am Anfang hilft
Überall liest man, man solle sofort in Profi-Material investieren. Ich sehe das anders. Gerade weil meine ersten Pinsel nicht die teuersten waren und meine Farben aus einem einfachen Set stammten, musste ich viel mehr über die Technik nachdenken. Wenn der Pinsel die Farbe nicht perfekt hält, lernst du viel schneller, wie du durch Druck und Winkel das Beste aus ihm herausholst. Diese kreative Problemlösung ist wertvoller als jedes 100-Euro-Pinselset. Erst als ich merkte, dass ich wirklich jeden Sonntag von 7 bis 9 Uhr am Tisch sitze, habe ich mir nach und nach bessere Sachen gegönnt.
Ein Beispiel gefällig? Vor einigen Wochen im Mai wollte ich einen strahlend blauen Himmel malen. Ich griff zu beherzt in das Preußischblau. Es wurde viel zu dunkel, und ein dicker, fast schwarzer Klecks ruinierte die linke obere Ecke. Früher hätte ich das Blatt zerknüllt. Aber durch die Ruhe, die ich im Kurs gelernt habe, griff ich nicht zum Radiergummi (der bei Aquarell ohnehin meistens alles nur schlimmer macht), sondern tupfte vorsichtig mit einem Küchenpapier. Es entstand eine Struktur, die fast wie eine Gewitterwolke aussah. Am Ende war es das Bild, das mein Enkel bei seinem Besuch am meisten gelobt hat: "Oma, die Wolke sieht echt echt aus!"

Das Ritual als Geschenk
Dieses wöchentliche Malen ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist eine Verabredung mit mir selbst. Wenn ich für die Fahrten zu meiner Tochter nach Heidelberg den Skizzen Video-Kurs einpacke, ist das wie ein kleiner Urlaub im Kopf. Ich habe zwar den Menschen Zeichnen Masterkurs nach drei Lektionen pausiert, weil mir das Tempo als absolute Anfängerin zu hoch war, aber das ist völlig okay. Ich habe keinen Lehrplan mehr zu erfüllen.
Falls du auch überlegst, dir so einen Kurs zu schenken: Achte darauf, dass du dir einfache Vorzeichnungen zutraust. Man muss kein Michelangelo sein, um mit Aquarell zu beginnen. Oft reicht ein grobes Gerüst, um der Farbe den Weg zu weisen. Der Kurs von Timothy90, den ich komplett durchgearbeitet habe, nimmt einen da wunderbar an die Hand, ohne einen zu überfordern.
An einem sonnigen Sonntagmorgen im Juli wie heute blicke ich auf den Stapel Bilder der letzten Monate. Sie sind nicht perfekt. Manche haben Ränder, wo keine sein sollten, manche Farben sind stumpf geworden. Aber jedes Bild erinnert mich an einen Moment der Ruhe. Mit 58 noch einmal bei Null anzufangen, war das mutigste und schönste Geschenk, das ich mir nach 35 Jahren Schuldienst machen konnte. Es geht nicht darum, eine Atelierbesitzerin zu werden. Es geht um das Wasser im Glas, den Kaffee daneben und die Freiheit, einfach mal zu klecksen.
Wenn du also auch dieses stille Gefühl am Sonntagmorgen kennst und nicht weißt, wohin mit deiner Kreativität: Trau dich. Vielleicht ist der Aquarell Sonntagskurs ja genau der sanfte Schubs, den du brauchst. Nimm dir die zwei Stunden Zeit, mach das Fenster auf und lass die Farben einfach mal machen. Es muss nicht perfekt sein – es muss nur deins sein.